5 Dinge, die ich auf der Esoterik-Messe gelernt habe

Esoterik-Tage Wien 2014

Viki und ich waren mit Mein-Zengarten.at auf den Esoterik-Tagen Ende Oktober in der Wiener Stadthalle. Es war unser erster Messe-Auftritt, und wir wollten herausfinden, wie die Messebesucher auf unsere Zengärten reagieren würden, was sie sagen und was sie fragen und ob sie überhaupt Notiz von uns nehmen würden.

Womit ich nicht unbedingt gerechnet habe, war, dass der Messeauftritt auch eine Lehrstunde für mich als Unternehmer bereithalten würde. Deshalb möchte ich die fünf Dinge mit euch teilen, die ich auf der Esoterik-Messe gelernt habe.

1. Der größte Feind ist der eigene Kopf.

Für mich als Introvertierten ist es immer wieder eine Überwindung, mich hinzustellen und meine Zengärten vor völlig fremden Menschen zu präsentieren. Da hilft es auch nicht viel, dass ich wirklich überzeugt von ihnen bin. Es bleibt eine gewisse Unsicherheit – schließlich wird man angreifbar, wenn man sich ins Rampenlicht stellt: Wie werden die Besucher reagieren? Was ist, wenn Kritik kommt? Oder noch schlimmer: Was ist, wenn sich überhaupt niemand für die Zengärten interessiert?

Wie so oft im Leben sind die Dinge, vor denen man sich am meisten fürchtet, dann eh nicht eingetreten. Natürlich war nicht jeder Besucher Feuer und Flamme für unsere Zengärten. Aber die Wörter, die wir am öftesten von unseren Besuchern gehört haben, waren „schön“, „cool“, „süß“, „lieb“ und „lustig“. Warum ist meinem Kopf dieses Szenario gar nicht in den Sinn gekommen?

2. Die richtigen Kunden werden dich finden.

Mit einer unserer Standnachbarinnen, die an ihrem Stand Kartenlegen und mediale Beratung anbot, bin ich ins Gespräch über die Messebesucher gekommen. Ich meinte, dass es oft gar nicht so einfach für uns Aussteller ist, die Besucher auf unsere Angebote aufmerksam zu machen und an unsere Stände zu bringen. Darauf meinte sie: „Ich sehe das so: Die richtigen Kunden werden zu mir kommen. Meine Kunden werden mir geschickt. Die richtigen Kunden kommen eh nur zu mir und zu keinem anderen Aussteller. Und die Kunden, die zu anderen Ständen gehen, waren eh nicht meine Kunden.“

Dieser Zugang, der fast Zen-mäßig ist, hat mir seither viel zum Nachdenken gegeben. Kann es wirklich sein, dass es so einfach ist? Muss man nur Vertrauen haben, und die richtigen Kunden werden von selbst kommen? Diese Überlegungen werden mich noch eine Weile beschäftigen.

3. Es ist nicht leicht, tolerant zu sein, wenn man etwas nicht versteht.

Man kann sich vorstellen, dass eine Esoterik-Messe eine bunte Vielfalt von allen möglichen und unmöglichen Angeboten bietet. Für mich jedes Mal erstaunlich, was es auf dieser Messe nicht alles gibt: Heilige Geometrie, Aura-Beratung, programmierter Schmuck, Kontakte ins Jenseits. Da sind natürlich auch Sachen dabei, wo ich mir denke, was ist denn das für ein Unfug.

Als ich dann aber mit einigen Ausstellern ins Gespräch gekommen bin, habe ich festgestellt, dass hinter manch vermeintlichen Unfug tatsächlich viel echtes Herzblut steckt. Das bedeutet noch lange nicht, dass ich deshalb damit was anfangen kann. Aber genauso, wie hinter meinen Zengärten viel Begeisterung und Engagement stecken und es trotzdem Menschen gibt, die mit dieser Idee nichts anfangen können, geht es auch anderen Ausstellern. Und nur weil ich ihre Angebote nicht verstehe, müssen sie noch lange keine Scharlatane sein. Ich wünsche mir ja auch, dass man meinen Zengärten offen begegnet und sich erst ein Urteil bildet, wenn man sie ausprobiert hat. Die gleiche Toleranz sollte ich deshalb auch dem entgegenbringen, was ich nicht verstehe – auch wenn es manchmal wirklich schwer ist.

4. Kinder haben’s drauf.

Zu den schönsten Momenten auf der Messe gehörten jene, als Kinder an unseren Stand kamen. Es war großartig zu beobachten, was Kinder alles mit unseren Zengärten angestellt haben. Kinder haben einen erfrischend offenen Zugang zum Zengärtnern: Ohne viel Erklärung einfach machen.

Wir Erwachsene wollen dagegen zuerst alles verstehen: Wie zengärtnert man richtig? Was bedeutet es, wenn ich dieses oder jenes Muster zeichne? Wie wirkt sich das Zengärtern auf meine Aura aus?

Den spielerischen Zugang unserer jüngsten Besucher fand ich sehr inspirierend: Nicht viel nachdenken, einfach tun. Und schauen, was passiert. Wenn das Ergebnis nicht passt, einfach neu anfangen. So leicht kann’s sein.

5. Erfolg hat viele Gesichter.

Während und besonders nach der Messe haben mich viele Freunde gefragt, wie die Messe für uns gelaufen ist und ob es sich ausgezahlt hat auszustellen.

Eine Antwort darauf ist gar nicht so leicht. Da gibt es einerseits die finanzielle Seite des Erfolgs: Haben sich die Kosten amortisiert? Dann wäre da noch die Marketing-Sicht: Hat die Präsenz auf der Messe unsere Bekanntheit erhöht? Hatten wir danach mehr Zugriffe auf die Website? Hier kann der Erfolg gar nicht groß genug sein.

So wichtig diese unternehmerischen Erfolgskriterien sind, so sehr wurde mir auch bewusst, dass sie genau die Sachen nicht messen, die mir an der Messe am meisten getaugt haben: Die Begegnung mit den Besuchern unseres Standes und mit anderen Ausstellern, die vielen Gespräche und lustigen Momente, die Ideen für neue Produkte oder die gemeinsame Zeit mit Viki. Ist das nicht auch erfolg-reich? Andererseits: Ist das „genug“ Erfolg bzw. der „richtige“ Erfolg für ein Unternehmen?

Für mich war unser Auftritt auf der Esoterik-Messe eine inspirierende, lehrreiche und schöne Erfahrung. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben – und natürlich an alle Besucher an unserem Stand!

Foto Credit: Ingrid Linhart (Harmonie-Magazin)

Share this post