Jiro träumt von Sushi

JiroOno

Jeden Sonntagabend ist bei uns Filmabend. Letztes Mal haben wir einen Film gesehen, der die Essenz des Zen auf wunderbare Weise ausdrückt. Dabei geht es darin gar nicht um Zen, sondern um Sushi.

Besagter Film heißt „Jiro dreams of sushi” (also „Jiro träumt von Sushi”, der deutsche Filmtitel lautet jedoch „Jiro und das beste Sushi der Welt”). Darin geht es um den inzwischen 91-jährigen (im Film „erst” 85-jährigen) Sushi-Meister Jiro Ono, der seit vielen Jahrzehnten in seinem weltbekannten Sushi-Restaurant in Tokio arbeitet und für den sich sein ganzes Leben um Sushi dreht – so sehr, dass er sogar von neuen Sushi-Kreationen träumt. Er hat sich voll und ganz der Sushi-Herstellung verschrieben und sucht immer noch nach der perfekten Zubereitung. Sein Restaurant hat nur zehn Sitzplätze, wurde im Jahr 2009 mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet und gilt als bestes Sushi-Restaurant der Welt. Sogar Barack Obama sagt, dass er dort „the best sushi I’ve ever had in my life“ gegessen habe.

Wenn man Jiro bei seiner Arbeit beobachtet, dann merkt man, dass hier nicht ein Koch an der Arbeit ist, sondern ein Künstler. Und ein Philosoph. Was Jiro tut (und vor allem WIE er es tut), drückt die Essenz des Zen aus: Das, was du machst, mache mit ganzer Liebe und Hingabe.

Oder, um mit Jiros eigenen Worten zu sprechen:

„Wenn du dich für einen Beruf entschieden hast… musst du ganz eintauchen in deine Arbeit. Du musst dich in deine Arbeit verlieben. Jammere nie über deinen Beruf. Du musst dein Leben der Perfektionierung deiner Fertigkeiten widmen. Das ist das Geheimnis des Erfolgs.”

Und:

„Ich mache dieselbe Sache immer und immer wieder. Ich verbessere sie immer wieder ein bisschen. Da ist immer dieses Streben nach mehr. Ich werde weiter hinaufklettern und versuchen, den Gipfel zu erreichen, aber niemand weiß, wo der Gipfel ist.“

Der Film ist voll solcher versteckter Zen-Weisheiten. Da philosophiert ein Shrimpshändler darüber, was Arbeit eigentlich bedeutet:

„Heutzutage wollen die Leute zuerst einmal einen einfachen Job. Dann wollen sie viel Freizeit. Und dann wollen sie viel Geld. Aber sie denken nicht daran, ihre Fertigkeiten zu verbessern. Wenn du für Jiro arbeitest, dann verschreibst du dich deiner Profession für dein ganzes Leben.“

Und ein Fischhändler erklärt mit einem ganz einfachen Beispiel, wie man der Beste seines Fachs wird:

„Ich kaufe entweder die beste Qualität oder gar nichts. Wenn zehn Thunfische angeboten werden, kann nur einer davon der beste sein. Den kaufe ich dann.”

Wer also einen wirklich guten Film sehen und quasi nebenbei ein Gefühl für Zen bekommen möchte, dem sei „Jiro dreams of sushi” ans Herz gelegt. Aber Achtung: Man bekommt beim Zuschauen unweigerlich Gusto auf Sushi. 😉

 

Link: Film-Trailer (Englisch) auf Youtube

 

Share this post