Gute Tipps vom Känguru

Das Känguru Manifest

Sommerzeit ist für mich die Zeit, wo ich auch mal ein Buch lese, das nicht „nützlich“ ist. Sonst bin ich ja ein großer Fan von Sachbüchern, weil ich so gern was Neues lerne. Aber jetzt gerade gönne ich mir davon eine Pause und lese Romane, Belletristik, einen Krimi, was Lustiges. Blöd nur, wenn man sich ein Buch aussucht, das sich als Wolf im Schafspelz entpuppt.

So geschehen mit „Die Känguru-Chroniken“ und dessen Fortsetzung „Das Känguru-Manifest“ von Marc-Uwe Kling. Es geht in beiden Büchern um den Kleinkünstler Marc-Uwe, der in Berlin lebt und bei dem eines Tages ein Känguru einzieht, das beim Vietcong war und total auf Nirvana und Schnapspralinen steht. Außerdem ist es ein Schnorrer vor dem Herrn. Eigentlich ein ganz harmloses Buch, sollte man meinen, genau das Richtige für den Sommer.

Und das ist es auch: Beide Bücher sind sehr unterhaltsam geschrieben, und das Gespann Kleinkünstler-Känguru ist echt witzig. Genau das Richtige für das Arbeiterstrandbad, den All-Inclusive-Pool in Tunesien oder die ruhige Bucht in Griechenland.

Und doch, man sollte es nicht glauben: Das Buch hat revolutionäres Potenzial. Das Känguru ist nämlich ein Kommunist, und es scheut sich nicht, seine Ansichten in Wort und Tat kundzutun. Nur zu gern ist es bereit, dem Leser ein paar Tipps aus seiner reichhaltigen Lebenserfahrung mitzugeben, um ihm das (Über-)Leben „im System“ zu erleichtern.

Ein Beispiel gefällig? Das Känguru sagt: „Gefährliche Leute muss man beschäftigt halten – sonst beschäftigen sie dich!“ Warum also nicht mal, schlägt das Känguru vor, beim Finanzamt ein paar Euro zu viel Steuern zahlen und dann mit Brief vom Anwalt wieder zurückfordern? Das Prinzip kennen wir ja auch aus der Schule: Den Lehrer nach seinem Lieblingsthema fragen, dann braucht man sich um neuen Stoff keine Sorgen mehr machen. Diese Technik darf nicht sterben! Also gleich beim Chef ausprobieren, Stichwort: Rückdelegation.

Obwohl das Känguru natürlich nichts vom Kapitalismus hält, hat das Känguru doch etwas parat für alle, die eine lukrative Geschäftsidee suchen: Wenn das Känguru ein Gewinnspielformular ausfüllt, gibt es seine Handynummer an, bei der ein Anruf 69 Cent pro Minute kostet. Dadurch verdient es Geld, sogar wenn es lästige Werbeanrufe bekommt. Genial, oder?

Und zu guter Letzt noch ein Produktivitäts-Tipp vom Kleinkünstler:

„Ich setzte mich auf meinen Computer und hole meine E-Mails ab. Einige davon lese ich und schiebe sie in den „Beantworten“-Ordner meines Mail-Programms. Dann verschiebe ich ein paar ältere E-Mails aus dem „Beantworten“-Ordner in den „Dringend“-Ordner, und dann verschiebe ich ein paar noch ältere E-Mails aus dem „Dringend“-Ordner in den „Wirklich dringend“-Ordner. Dann lösche ich einige von der Zeit überholte E-Mails aus dem „Wirklich dringend“-Ordner und schalte den Computer wieder aus. Es überkommt mich das wohlige Gefühl, heute schon wieder richtig was erledigt zu haben.“ (Mark-Uwe Kling: Das Känguru-Manifest, S. 36)

Viel Spaß beim Lesen, was immer ihr euch ausgesucht habt!

PS: Wer noch mehr vom Känguru will, für den gibt’s als Kostprobe, zum anhören, das Kapitel „Die Korrekturen“ aus dem Buch „Das Känguru-Manifest“.


 
Profilbild_GuenterGünter Schmatzberger
Zen-Gärtner. Ich-Konzern-Leiter.
Ich bin Gründer von Mein-Zengarten.at und mache mir Gedanken über Zen und die vielen Formen, die es im Alltag und Business annehmen kann. Mit unseren handgefertigen Miniatur-Zengärten habe ich eine wunderbare Möglichkeit gefunden, die schlichte Schönheit der Zen-Ästethik spürbar zu machen. Denn die kleinen Dinge machen das Leben großartig.
 
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