„Guenter, mach keine Sorge!“

Zagreb

Diesmal ein Blog mit einem Schuss kroatischem Zen.

Ich bin gerade in Zagreb. Ich nehme dort an einer Konferenz zum Thema Jugendarbeitslosigkeit teil und werde sogar einen Vortrag dazu halten. Mein kroatischer Projektpartner Andrija hat die Konferenz organisiert, und war Ansprechpartner für alle meine Fragen und Wünsche.

Ein paar Tage vor der Konferenz habe ich Andrija eine e-Mail geschrieben, wo ich ihn über ein paar organisatorische Änderungen meinerseits informiert und mich für die Umstände entschuldigt habe, die dadurch für ihn entstehen könnten.

Als Antwort sendete er mir einen einzigen Satz: „Guenter, mach keine Sorge!”

Als ich das gelesen habe, hatte ich einen Aha-Moment. Denn durch Andrijas sprachlich ungewohnte Formulierung ist mir (wieder) bewusst geworden, dass wir uns tatsächlich die meisten Sorgen selber MACHEN. Wir fabrizieren sie. Wir erschaffen sie künstlich. Die Sorge, dass durch meine Änderungswünsche für Andrija irgendwelche Umstände entstehen könnten, war konstruiert. Sie hat in Wirklichkeit nirgends existiert, nur in meinem Kopf.

Und das gilt wohl für die allermeisten der Sorgen, Befürchtungen, Vermutungen etc., die uns beschäftigen: Es gibt sie nirgendwo außerhalb unserer Vorstellung. Oder, wie es der amerikanische Poet Tom Petty formuliert: Most things I worry about never happen anyway.

Also können wir uns genauso gut dafür entscheiden, uns überhaupt keine Sorgen mehr zu machen. Oder?

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