Meine persönlichen Prinzipien

Persönliche Prinzipien

Hast du dich schon mal gefragt, was eigentlich die Dinge sind, die du für gut, richtig und erstrebenswert hältst?

Wahrscheinlich ist dir schon mal aufgefallen, dass zwar jeder Mensch verschieden ist, die meisten Menschen aber nicht völlig unberechenbar sind. Wenn man einen Menschen ein bisschen besser kennenlernt, bekommt man auch mit, was diesem Menschen wichtig ist, wie er/sie handelt und generell „die Welt sieht“. Man lernt, einen Menschen einzuschätzen. Das ermöglicht uns in der Folge zum Beispiel, passende Geschenke für diesen Menschen zu finden, Streit zu vermeiden oder auch zu provozieren. Die Gedanken und Handlungen eines Menschen sind also insofern berechenbar, als sie bestimmten Mustern folgen. Diese Handlungs- und Denkmuster möchte ich „persönliche Prinzipien“ nennen.

Persönliche Prinzipien

Die persönlichen Prinzipien bei anderen Menschen zu erkennen, fällt uns (mehr oder weniger) leicht, weil wir genetisch darauf programmiert sind. Aber wie sieht es mit den eigenen persönlichen Prinzipien aus? Da haben wir oft einen blinden Fleck. Könntest du spontan sagen, was die großen „Wahrheiten“ sind, an die du glaubst? Weißt du, was es ist, das du für gut, richtig und lohnenswert hältst? Könntest du für dich definieren, was einen „guten Menschen“ ausmacht? Wenn dich jemand fragen würde, welche Ratschläge und Erkenntnisse du den zukünftigen Generationen mitgeben würdest, wüsstest du eine Antwort?

Ich glaube, dass es ganz schön schwierig ist, hinter die eigenen persönlichen Prinzipien zu kommen. Besser gesagt: Ich weiß, dass es schwierig ist, weil ich es bei mir selbst versucht habe. Aber ich kann nur sagen, dass es eine überaus lohnenswerte Übung ist, weil sie mir viele Dinge über mich erklärt hat. Meine persönlichen Prinzipien zu kennen, hilft mir dabei, besser zu verstehen, warum ich tue, was ich tue, warum ich sage, was ich sage und warum ich denke, was ich denke. Das heißt nicht, dass mir alles gefällt, was ich sage, denke und tue. Aber immerhin weiß ich jetzt, warum.

Meine persönlichen Prinzipien

Ich will heute etwas mutig sein und meinen LeserInnen einen Blick in meine Gefühls- und Gedankenwelt erlauben. Ich teile hier die Liste meiner persönlichen Prinzipien – also jene Dinge, die ich für gut, richtig und erstrebenswert halte.

Aber Achtung! Meine Prinzipien sind (nur) meine Meinung, nicht die Wahrheit/Realität an sich. Ich allerdings halte sie  für wahr und bin fest von ihnen überzeugt. Das bedeutet nicht, dass sich meine Meinungen (Wahrheiten) nicht ändern können. Und es bedeutet auch nicht, dass jemand anders sich diesen Prinzipien anschließen muss – auch wenn ich sie für noch so wahr halte.

Meine persönlichen Prinzipien sind also etwas, das man ein „Living Document“ nennt: Eine Liste, die nie fertiggestellt ist, sondern die sich im Laufe meines Lebens ständig verändern wird. Aber jede Version ist für sich, zum jeweiligen Zeitpunkt, gültig.

Hier also die Liste, die heute, am 25. April 2016, für mich gültig ist.

Wie ich mit mir selbst umgehen will

  1. Erkenne, wer du bist. Damit beginnt alles. Das ist der Schlüssel zu allem.
  2. Respektiere, wer du bist. Akzeptiere dich bedingungslos. Liebe dich für den, der du bist.
  3. Sei dankbar. Immer.
  4. Sei geduldig mit dir selbst – mindestens so geduldig, wie du mit anderen bist.
  5. Achte auf deine Worte – im Gespräch mit anderen, aber besonders im Dialog mit dir selbst.
  6. Niemand kann dir deine Würde nehmen – niemals und unter keinen Umständen. Die letzte Freiheit bleibt immer bei dir.
  7. Genieße dein Leben und die Wunder, die ihm innewohnen. The best things in life are free.
  8. Alles, was du jetzt gerade brauchst, ist schon da. Es gibt absolut nichts, was dich daran hindert, deinen Weg zu gehen.
  9. Sei freund-lich zu deinem Körper.
  10. Du kannst Großes schaffen. Erlaube dir, daran zu glauben.
  11. Vertraue auf deine Fähigkeiten und dein Gefühl.
  12. Lass Liebe den Antrieb jeder deiner Veränderungen sein.
  13. Meistens sind das, was du für ein „Risiko“ hältst, nur deine Angst. Angst ist der Preis der Freiheit, aber: Most things you worry about never happen anyway.
  14. Nimm nichts persönlich. In der Gedankenwelt anderer Menschen geht in den seltensten Fällen nur um dich.
  15. Vergleiche dein Leben nicht mit dem eines anderen. Man kann es nämlich nicht vergleichen. Vergleiche führen dich ins Un-Glück.
  16. Sorge dich nicht um deine Zukunft. Now is enough.
  17. Versöhne dich mit deiner Vergangenheit. Sie ist der Schlüssel zum Verständnis des Menschen, der du heute bist.
  18. Wähle dich selbst als einzig gültigen Maßstab. To thine own self be true.

Wie ich handeln und arbeiten will

  1. Lass dir helfen. Wer nach Hilfe fragt, bekommt sie auch.
  2. Gib immer dein Bestes. Dein Bestes ist jedoch nicht immer gleich gut.
  3. Tue, was notwendig ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auch und besonders dann, wenn der nächste Schritt mühsam ist.
  4. Mut wird belohnt. Immer.
  5. Halt Ausschau nach Möglichkeiten und habe den Mut, diese Chancen zu ergreifen. Es gibt sooo viele. Du hast in jeder Situation mit ziemlicher Sicherheit mehr Möglichkeiten als du gerade glaubst.
  6. Zuerst denken, dann handeln. Aber nicht grübeln.
  7. Eine Idee allein ist nichts wert. Ideen gibt es wie Sand am Meer. Ideen werden erst wertvoll, wenn du sie mit Mut, Fleiß und Anstrengung zum Leben erweckst.
  8. Mach nichts nur des Geldes wegen. Frag dich immer: Wozu reiche ich da meine Hand?
  9. Mach keine Schulden. Sie nehmen dir deine Freiheit.
  10. Du kannst darauf vertrauen, dass du auch morgen dein tägliches Brot haben wirst.
  11. Um Geld zu verdienen, musst du zuerst Geld in die Hand nehmen. Investiere weise, aber lass nicht aus falschem Sicherheitsdenken dein Geld unter der Matratze verschimmeln.
  12. Halte das ein, was du versprochen hast, auch wenn es mühsam ist. Überleg dir aber gut, was du versprichst.
  13. Sag nein, wenn du sonst deine bisherigen Zusagen und Verpflichtungen gefährden würdest.
  14. Frag nach, wenn du auf etwas schon lange wartest, das dir jemand versprochen hat. Es ist dein gutes Recht, deine eigene Professionalität nicht unter der mangelnden Verlässlichkeit anderer leiden zu lassen.
  15. Reagiere zeitnah. Du musst nicht gleich die Lösung haben, aber zumindest mitteilen, ob und wann du dich darum kümmern wirst.
  16. Es ist keine Schande, etwas nicht zu können. Sag offen und frühzeitig, wenn du etwas nicht (gut) kannst. Konzentriere dich lieber auf die Tätigkeiten, mit denen du wirklich hilfst, weil es keinen Besseren dafür gibt als dich.
  17. Sei konsequent in allen Schritten deiner Arbeit. Bei dir soll jeder wissen, wie er/sie dran ist. Das ist echte Verlässlichkeit und Integrität.

Wie ich mit Anderen umgehen will

  1. Hüte dich vor Mutmaßungen. Du weißt NICHTS über den Anderen.
  2. Urteile NIE über einen Menschen. Du kennst seine Geschichte nicht.
  3. Wenn du die Wahl hast, Recht zu haben oder großmütig zu sein … wähle Großmut.
  4. Sei freundlich zu den Menschen. Immer, in jeder Situation. Respektiere, wo sie herkommen, aber verteidige deine Grenzen.
  5. Ehrlichkeit macht das Leben leichter.
  6. Schenk Vergebung und vergib dir selbst.
  7. Höre dir die Meinung anderer an und entscheide danach, was du davon annehmen willst und was nicht.
  8. Versuche nicht, alles allein lösen zu wollen. Hol dir Rat von von Leuten, die sich besser auskennen als du.
  9. Die Wahrheit liegt in deinem Handeln, nicht in deinen Worten. Worte sind Zwerge und Taten sind Riesen.
  10. Erwarte dir niemals Dankbarkeit oder Lohn irgendwann später. Wenn du etwas tust, dann mache es aus freien Stücken, weil du es jetzt machen willst.
  11. Lass dich nicht abspeisen. Geh keine Kompromisse ein bei den Dingen, die dir wichtig sind.
  12. Entscheide dich stets für offene Kommunikation. Sprich Probleme im Vorhinein an (und nicht erst, wenn sie sich nicht mehr vertuschen lassen). Gib Informationen weiter, noch bevor du danach gefragt wirst.
  13. Lüge nicht, um deinen A… zu retten. Beschönige die Tatsachen nicht, nur um besser da zu stehen. Das raubt dir mittelfristig jeden Respekt – den Respekt der anderen und den Respekt vor dir selbst.

Wie ich in meiner Familie sein will

  1. Liebe ist alles. Wer nicht liebt, hat überhaupt nichts verstanden.
  2. Liebe hat keine Erwartung. Liebe ist die Freude daran, einen Menschen jeden Tag ein bisschen besser kennen zu lernen und ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen.
  3. In Beziehungen sind Kleinigkeiten das große Geheimnis.
  4. Ehre, wo du herkommst. Du stehst in einer langen Linie von Menschen, die dir ermöglicht haben zu sein, wer du heute bist.
  5. Niemand kann dich glücklich machen. Das kannst nur du selbst.

Wie ich lernen will

  1. Schau, dass du raus kommst aus deiner eigenen kleinen Welt. Reisen eröffnet dir die große Welt. Reisen setzt Dinge in Perspektive.
  2. Lesen eröffnet dir die Gedanken und das Wissen anderer, gescheiter Menschen.
  3. Du hast bei jeder Interaktion mit einem Menschen die Chance, etwas zu lernen. Du musst dich dafür allerdings ehrlich für sie/ihn interessieren, damit sie/er dir das von sich erzählt, was sie/ihn wirklich bewegt.
  4. Höre mehr zu als du redest. Viel mehr.
  5. Fragen sind wertvoller als Antworten. Frage viel. Fragen sind das Vorzimmer der Erkenntnis.
  6. Hör niemals auf zu lernen und neugierig zu sein. Das wird dich für immer jung halten.
  7. Hab keine Sorge, dass du nicht gut genug ausgebildet oder vorbereitet wärst. Kompetenz wird nicht erworben, sondern von Anderen zugeschrieben – und das zumeist bereitwillig und ohne viel fragen.

 

Bildquelle: planpolitik.de

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