Was du immer schon über Talente und Begabungen wissen wolltest

Buch Durchschnittsfalle

Muss man zu Spitzenleistungen geboren sein, oder erreicht man sie durch harte Arbeit? Spannende Frage.

Am Wochenende habe ich das Buch „Die Durchschnittsfalle“ von Markus Hengstschläger gelesen. Sehr interessant. (Ja, es sind Sachbücher wie dieses, die ich gerne am Wochenende zur Entspannung lese.) Hengstschläger ist ein Genetiker und beschäftigt sich in diesem Buch mit der Frage, in wie weit Talente angeboren („genetisch“) sind und in wie weit die Umwelt (Eltern, Ausbildung, Konsequenz, Bereitschaft zu üben etc.) dazu beitragen, dass Messis, Dylans oder Zuckerbergs entstehen.

Ich würde mich nicht in die selbe Liga wie Messi, Dylan oder Zuckerberg zählen, aber ich glaube doch, dass ich auch das eine oder andere Talent habe. Eines meiner Talente (oder zumindest eine Vorliebe von mir) ist, komplizierte Themen auf den Punkt zu bringen und möglichst verständlich zu erklären. Deswegen habe ich mir gedacht, ich nütze dieses Talent heute, damit meine geschätzten Leserinnen und Leser auch etwas von meiner Begabung haben. Ich habe mir daher folgende Herausforderung gestellt: Werde ich es schaffen, Hengstschlägers Buch von 176 Seiten auf die fünf wichtigsten/interessantesten Aussagen zu kondensieren?

Hier also meine Zusammenfassung für alle meine LeserInnen, die das Thema interessiert, aber keine Zeit oder Lust haben, das Buch zu lesen:

  1. Jeder Mensch hat Talente: sicher mehrere, vielleicht sogar viele.
  2. Talent allein reicht nicht für außergewöhnliche Leistungen. Dafür braucht es auch harte Arbeit, und zwar: Die harte Arbeit, seine Talente zu entdecken und die harte Arbeit, sein Talent erfolgbringend umzusetzen (= „üben, üben, üben“). Kurz: Leistungsvermögen braucht auch Leistungsbereitschaft
  3. Es gibt keinen Erfolg, der nur von einem Talent bestimmt wird. Je mehr Talente zu möglichst vielen tollen Leistungen eingesetzt werden können, desto größer ist der Erfolg. Beispiel Star-Dirigent: Der muss nicht nur ein guter Musiker sein, sondern auch ein guter Organisator, eine starke Führungspersönlichkeit, ein fleißiger Arbeiter und vieles mehr.
  4. Fehlende Talente können (bis zu einem gewissen Grad) durch Enthusiasmus, enormen Einsatz, intrinsische Motivation und Fleiß wettgemacht werden. Als Beispiel nennt Hengstschläger dafür Herbert Grönemeyer, der wohl in keiner Talente-Show von heute eine Chance hätte.
  5. Jeder Mensch hat das Recht, seine Begabungen zu ignorieren, um das zu tun, was ihm mehr Spaß macht – unabhängig von seinen Begabungen.

Beim Lesen der „Durchschnittsfalle“ habe ich übrigens auch eines der Talente des Autors entdeckt: Er versteht es, mit relativ wenigen Aussagen relativ viele Seiten zu füllen. Das muss man auch einmal können. 🙂

 

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