Was ist Zen?

Darauf gibt es viele Antworten und gleichzeitig keine einzige, denn es gibt keine schriftlich festgemachte Definition von Zen. Nur Hinweise und Wegweiser.

Bei Religionsphilosoph Alan Watts hört sich Zen nach etwas Unfassbarem an: „Zen ist der Weg zur Erleuchtung. Zen ist Erleuchtung.“ Bei Zen-Meister Shunryu Suzuki klingt es gar nicht mystisch, im Gegenteil: „Zen ist nicht etwas Aufregendes, sondern Konzentration auf deine alltäglichen Verrichtungen.“ Historisch gesehen kam Zen als Strömung des Mahayana-Buddhismus über China nach Japan und erhielt dort ab dem 12. Jahrhundert eine neue Ausprägung.

 

Philosophie – Viel Zen um Nichts

Zen ist für uns das ruhige Betrachten. Die Konzentration des Geistes. Das bewusste Wahrnehmen. Die Reduktion auf das Wesentliche. Der angenehme Zustand meditativer Versenkung, in dem wir alle Gedanken vorbeiziehen lassen können. Zen bedeutet: Einfach sein. Mit Augenzwinkern könnte man auch sagen: Durch Leere Erfüllung finden.

Zen-Meister überraschen ihre Schüler gerne mit der Aussage, dass Zen nichts bietet. Kein erwerbbares Wissen. Kaum theoretische Schriften, die man studieren kann. Keinen sofortigen Nutzen. Keine Lösung für alles. Die Meister fordern dazu auf, das Leben zu fühlen, unmittelbar, und nicht darüber nachzudenken oder nachzulesen.

Beim Durchlesen mancher Zen-Schriften kommt es einem ohnehin so vor, als irritierten Zen-Meister ihre Schüler absichtlich, indem sie die Logik auf den Kopf stellten, um „den Geist zu befreien“ und neue Sichtweisen anzuregen. Ein Beispiel: Auf die Frage „Was ist der Buddha?“ antwortete Meister Tung-shan: „Drei Pfund Flachs.“

Der Künstler Paul Reps schreibt 1976: „Zen-Geist bedeutet nicht nur Friede und Verständnis, sondern auch Hingabe an Kunst und Arbeit […] Zen enthält viele Bedeutungen und keine ist völlig erklärbar. Wenn sie je erklärt wurden, sind sie nicht Zen“.

 

Übungen – Zen ist praktisch

Zazen, das stille Sitzen, ist eine von vielen Meditationstechniken, um Achtsamkeit zu üben. Die absichtslose Selbstbeobachtung von Körper und Geist. Zen im Alltag zu praktizieren heißt, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. In Gedanken bei einer Sache zu bleiben und nicht abzuschweifen. Unsere Interpretation lautet: Nichtstun ist alles.

Die Kunst der Gartengestaltung (von Zengärten) ist einer der Wege des Zen. Es gibt außerdem den Weg der Teezeremonie, den Weg der Schreibkunst oder den Weg des Blumenarrangements. Das sind Zen-Dinge, die unser gegenwärtiges Leben schöner machen.