Wünsche und Hindernisse

Mauer

Diesmal geht es um nichts weniger als darum, wie das Unmögliche möglich wird.

Vielleicht kennt das der eine oder die andere LeserIn ja: Ich habe einen ziemlichen Rückstau, was meine zu lesenden Bücher betrifft. Bei meinem Ziel, pro Jahr mindestens 52 Bücher zu lesen, bin ich zwar auch 2016 gut dabei (aktueller Zwischenstand: 38), aber ich habe eine ganze Kiste voll Bücher, die zwar gekauft, aber auch ungelesen sind. Dass ich ein Büchergeschäft oder eine Bücherei nur sehr schwer ohne ein neues Buch verlassen kann, macht’s nicht gerade besser.

Jedenfalls habe ich im Februar ein Buch gekauft, das ich (immerhin!) jetzt gerade lese. Es ist von der amerikanischen Autorin Barbara Sher und heißt „Lebe das Leben, von dem du träumst“. Das Buch habe ich um 0,50 Euro in einer Wühlkiste beim lokalen Libro gefunden, und obwohl der Titel ein bisschen gar dick aufträgt, habe ich mir gedacht: „50 Cent, was soll da schon groß schief gehen?“ – und schon war es gekauft.

Kleiner Exkurs: Das ist übrigens, aus betriebswirtschaftlicher Sicht, ein großer Irrtum. Meine Investition in dieses Buch sind nicht nur die 50 Cent, sondern auch die ca. fünf Stunden, die ich brauche, um die 240 Seiten zu lesen, zu unterstreichen, Anmerkungen rein zu schreiben etc. Dass uns viele Tätigkeiten nicht nur Geld, sondern auch Zeit „kosten“, wird gerne übersehen – auch von mir. Ende des Exkurses.

Ich bin zwar erst bei der Hälfte, kann aber bereits sagen, dass das ein wirklich gutes, grundvernünftiges Buch ist. Die inzwischen über 70 jährige Autorin Barbara Sher scheint ganz generell eine jener angenehmen Zeitgenossinnen zu sein, die etwas zu sagen haben, das aber aus einer Position der Bescheidenheit und der Unaufdringlichkeit tun.

Das sieht man auch ganz gut an einem TEDx-Talk, den sie im Oktober 2015 in Prag gegeben hat. Darin spricht sie über die Wünsche und Träume, die in jedem von uns schlummern, und wie man die scheinbar unüberwindlichen Hindernisse aus dem Weg räumen kann, die uns daran hindern, uns diese Wünsche zu erfüllen.

Der Talk ist sehenswert, wenn man sich gerne Sachen in Englisch anschaut und 21 Minuten zu erübrigen hat. Für wen das nicht zutrifft, habe ich ihre Botschaft in sechs Schritten zusammengefasst:

  1. Finde heraus, was du willst, was dein Traum oder dein Wunsch ist.
  2. Erzähle den Menschen um dich von deinem Wunsch oder Traum. Sag den Menschen, was du erreichen, was du haben willst.
  3. Werde dir klar, was die Hindernisse sind, diesen Traum oder Wunsch wahr werden zu lassen. Warum geht es nicht? Was ist dir im Weg? Was fehlt dir?
  4. Erzähle den Menschen auch von diesen Hindernissen. Sag ihnen, warum du glaubst, dass dein Wunsch unerfüllbar ist.
  5. Jetzt passiert etwas Spannendes: Das menschliche Gehirn ist darauf programmiert, Probleme zu lösen. Wir Menschen können gar nicht anders, als nach Lösungen zu suchen. Barbara Sher sagt, das menschliche Gehirn ist eine „problem solving machine“. Die Menschen, denen du von den Hindernissen erzählst, werden dir fast automatisch ihre Ideen, ihre Vorschläge, ihre Kontakte, ihr Wissen usw. anbieten. Dazu müssen sie dich nicht mal besonders gut kennen oder mögen. Aber sie müssen dein Problem kennen.
  6. Lass dir also dabei helfen, die Hindernisse zu beseitigen, indem du über sie sprichst. Lass dir Hilfe anbieten. Jeder Mensch ist ein reichhaltiger Fundus von Informationen und Kontakten, die er für sich nicht braucht und gerne weitergibt.

Du musst also beides kennen: Deine Wünsche und die Hindernisse. Und den Mut, darüber zu sprechen und dir von anderen Menschen helfen zu lassen. Alles nicht immer ganz leicht, aber so geschehen Wunder.

PS: Gleich ein praktisches, echtes Beispiel von mir:

Wunsch: Wir suchen eine neue, größere Wohnung (mind. 4 Zimmer) in Meidling, Wr. Neudorf, Mödling oder so zu leistbaren Konditionen.

Hindernis: Wir haben noch nicht das Passende gefunden.

Also, wenn wem was einfällt…

Share this post