Wenn der Wurm drin ist…

wurm

Manchmal gibt es Projekte oder Situationen, die sind von Anfang bis Ende mühsam. Man tut und tut und tut, aber man kommt kaum von der Stelle. Jedem Fortschritt scheint ein Rückschlag zu folgen. Es ist einfach der sprichwörtliche Wurm drinnen.

Der Wurm also. Jeder kennt ihn, keiner mag ihn. Er befällt Vorhaben, Projekte, mitunter auch Beziehungen. Er frisst sich hartnäckig durch alles durch, was ihm vor die Nase kommt, ohne Rücksicht auf Verluste oder Befindlichkeiten. Hat er sich mal wo eingenistet, kriegt man ihn praktisch nicht mehr los. Im Gegenteil: Er scheint sich freudig zu vermehren!

Auch bei mir taucht Herr Wurm immer wieder auf – viel öfter, als mir lieb ist. Deshalb habe ich mich unlängst mal hingesetzt und ein bisschen überlegt, unter welchen Umständen sich Herr Wurm besonders gerne zu Besuch kommt, wann er sich besonders wohl fühlt. Acht Punkte sind mir eingefallen:

  1. Unklare Vereinbarungen darüber, was überhaupt das Ziel ist. Statt klarer Absprachen gibt es nur Annahmen, Vermutungen und unausgesprochene Erwartungen. Man redet einfach zu wenig miteinander – oder über die falschen Dinge.
  2. Die eigenen Ziele sind nicht klar. Das „Warum?” und „Wozu?” eines Vorhabens ist bestenfalls schleierhaft vor Augen. Und wenn’s dann mal mühsam wird, fehlt einem der Sinn zum Weitermachen. Dann wird alles sehr schnell sehr anstrengend.
  3. Ungeduld. Die ganze Sache dauert einem schon viel zu lange, ist schon viel zu mühsam, hat schon viel zu viel Zeit und Nerven gekostet. Man will das Ganze nur noch so schnell wie möglich zum Abschluss bringen – zu irgendeinem Abschluss. Durch das ungeduldige Herumschusseln macht man die Sache aber nur noch schlimmer.
  4. „Hidden Agenda“: Ein Partner, mit dem man zusammenarbeitet, will in Wirklichkeit was ganz anderes, kommuniziert das aber nicht offen. Er bringt den Wurm absichtlich in das Projekt hinein und füttert ihn dann auch noch.
  5. Untaugliche Mittel: Die Methoden oder die Technik sind nicht passend, um das Ziel zu erreichen. Oder das Know-How fehlt. Man arbeitet wie mit einem stumpfen Messer. Auch da fühlt sich der Wurm wohl.
  6. Es fehlt einfach an den nötigen Ressourcen: Personal, Geld, Zeit. Man hat mal wieder (zum x-ten Mal) unterschätzt, dass alles viel länger dauert als man ursprünglich plant. Und dass zwischendurch immer wieder Kosten auftreten, mit denen man  nicht gerechnet hat. Hallo Herr Wurm!
  7. Man erwartet schon, dass wieder alles schief gehen wird. Herr Wurm steht sozusagen von Anfang an auf der Gästeliste. Man fokussiert dann ganz automatisch auf die Probleme.
  8. Man ist von Anfang an komplett am falschen Weg und hat sich in einer Sache verrannt und verirrt. Es hilft eigentlich nur ein Zurück an den Start. Das Problem ist also gar nicht der Wurm, sondern das gesamte Vorhaben an sich.

Und, wie geht es dir mit dem Wurm? Kennst du noch andere Situationen, wo er gerne bei dir vorbeikommt?

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